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08.04.2005

Eine Pfarrerin aus dem Widerstand

Seit 16 Jahren ist sie in Frankfurt, seit dem 1. April in der Evangelischen Andreasgemeinde.

Pfarrerin Christa Sengespeick-Roos ist die neue Seelsorgerin in Eschersheim. Wo in der neuen Gemeinde ihre Schwerpunkte liegen werden, will die 53-Jährige im Dialog mit der Gemeine erkunden. Für ihren Einsatz ist sie nicht nur am Main bekannt. Während des Umbruchs der DDR war die Pfarrerin auch in der politischen Opposition in Ost-Berlin engagiert.

Offenheit und Dialogbereitschaft gehören für die gebürtige Brandenburgerin fest zu ihrem Berufsverständnis. «Eine christliche Gemeinde lebt dann, wenn Menschen sich treffen, die sich sonst nicht begegnen würden. Wenn die Bankmanagerin neben dem Hausmann in der Kirche sitzt, macht das die christlichen Gemeinden aus.» Die Offenheit für die Gesellschaft und ihre Probleme brachte sie in den 80er Jahren zur politischen Opposition der DDR. «Eines Tages standen Frauen vor meiner Tür, die von der Staatssicherheit bedroht waren.» Das Thema sollte öffentlich gemacht werden. In der DDR war die Kirche die einzige Institution, die Öffentlichkeit ermöglichen konnte. Zusammen mit der Initiative «Frauen für den Frieden» veranstaltete die Pfarrerin «politische Nachtgebete». «Es war eine sehr spannende Zeit mit ganz anderen Erfahrungen, als ich sie heute mache.»

Ein neues Kapitel ihres Lebens begann 1989. Auf einer Fortbildung lernte sie ihren späteren Ehemann Dieter Roos kennen. Christa Sengespeick-Roos zog nach Frankfurt, das Paar heiratete im August desselben Jahres. Die «Westzeit» begann. «Ab da war mein Leben völlig anders. Das Leben tobte im September 1989, und ich konnte alte Freunde nur über deren Funktelefone erreichen. So tauschten wir uns unter anderem darüber aus, wer wohl ein Stasi-Typ sein könnte.» 1991 trat sie ihre Stelle in der Alten Nikolaikirche in der Innenstadt an. Als eine von drei Pfarrern stand sie dort der Gemeinde vor. Die «dreigeteilte Predigt», an der die Geistlichen gleichermaßen Anteil hatten, war das Markenzeichen des Trios. «Sehr individuell und doch als ein großes Ganzes», beschrieben Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers und Pfarrer Jeffrey Myers die Zusammenarbeit in ihrem Abschiedsschreiben an die scheidende Kollegin.

Denn Christa Sengespeick-Roos entschied sich für eine neue Herausforderung. «Die Arbeit in der Alten Nikolaikirche habe ich sehr gerne gemacht. Aber ich wollte noch einmal wechseln. Und wenn, dann jetzt.» In der lebendigen Andreasgemeinde sieht sie viel Potenzial. Sowohl in der gewachsenen als auch in der «potenziellen» Gemeinde. «Hier gibt es viele Leute, die sich in Kreisen und Initiative engagieren. Es existiert noch ein Gemeinschaftsgefühl.» Doch auch die Menschen, die sich noch nicht aktiv an der Kirche beteiligen, will sie erreichen. «Ich möchte Kommunikation zwischen Menschen herstellen, so dass Gemeinschaft entsteht.» An ihrer neuen Wirkungsstätte in Eschersheim sieht sie dafür ideale Bedingungen. «Es ist eine gewachsene Gemeinschaft, die jedoch offen ist und wo man etwas bewegen kann.»

Für Pfarrerin Sengespeick-Roos steht der Mensch im Mittelpunkt. «In meinem Beruf geht es um das, was Menschen brauchen. Man muss sich umfassend mit ihnen beschäftigen.» Leben, Tod, Freude und Trauer, Konflikte und Grenzerfahrungen gehören dazu. Ein Job, der viel Einsatz verlangt. Von 9 Uhr morgens an ist die Pfarrerin im Einsatz. Ihren Mann, selbst Pfarrer der Notfallseelsorge, sieht sie meist erst wieder zur Tagesschau. «Manchmal reden wir dann abends ganz bewusst nicht mehr vom Beruf.»

Entspannen kann die Geistliche beim Spazierengehen und mit Musik. «Beim Klavierspielen kann ich abschalten. Das ist gut für die Seele. Aber ich spiele nur für den Hausgebrauch.» Auch beim Skifahren, im Kino oder bei einem guten Krimi kann Christa Sengespeick-Roos abschalten. Denn ein Ausgleich zu den Anforderungen ihres Berufs muss sein. «Es fällt manchmal schwer, die freien Tage einzuhalten. Da muss man Selbstdisziplin einüben.»

Am 17. April, um 11 Uhr, wird die Pfarrerin von Pröpstin Helga Trösken in der Andreaskirche, Kirchhainer Straße 2, offiziell in ihr neues Amt eingeführt. Nach dem Gottesdienst ist im Gemeindehaus ein Empfang mit Imbiss geplant.

Von Thomas Scholz




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