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09.06.2005

Abschiedsstimmung:

Pfarrer Adolf Rohmann geht in den Ruhestand

Die katholische Pfarrgemeinde St. Josef verabschiedet am Sonntag ihren Pfarrer Adolf Rohmann in den Ruhestand. Er war seit April 1972 über 33 Jahre hinweg ununterbrochen in Eschersheim als Pfarrer tätig.

«Wir sind sehr dankbar für die Wegstrecke, die wir mit Adolf Rohmann gemeinsam zurücklegen durften», fasst der Vorsitzende des Gemeinderates, Albert Höly, die Abschiedsstimmung in der Gemeinde zusammen. «Wir werden den Menschen Adolf Rohmann sehr vermissen, sein freundliches, manchmal verschmitztes Lächeln, seinen Humor, seine Herzlichkeit, seine Aufrichtigkeit, seine Glaubwürdigkeit, sein sensibles Einfühlungsvermögen, seine Kreativität und sein festes Vertrauen in Gottes Gegenwart.»

Geboren wurde der Priester am 8. Februar 1936 in Nürnberg. Die Kindheit verbrachte er – kriegsbedingt – im thüringischen Uder. Er besuchte das Domgymnasium in Fulda und machte dort 1957 das Abitur. Das Studium führte ihn dann nach Frankfurt an die Theologische Hochschule St. Georgen. Am 9. Dezember 1962 weihte ihn Bischof Wilhelm Kempf in Limburg zum Priester. Von 1963 bis 1967 war Rohmann zunächst Kaplan in Zeilsheim, bis September 1968 in Höhrgrenzhausen.

Am 15. September 1968 kam Adolf Rohmann als Kaplan in die St.-Josef-Gemeinde. Nach zweieinhalb Jahren als Schulpfarrer an der Liebigschule, dem Hessenkolleg und an der privaten Kant-Schule übernahm er am 1. April 1972 die Leitung der Pfarrei von Erwin Börner. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit gestaltete der Hobbymaler und Kunstkenner das Innere der Kirche neu. Zusammen mit dem Saarbrücker Künstler Ernst Alt gab er dem Kirchenraum ein neues Gesicht: schlicht, auf das Wesentliche reduziert, ausdrucksstark, stilvoll.

Ganz im Geist des zweiten vatikanischen Konzils hat Adolf Rohmann über 33 Jahre jeden einzelnen bei der Gestaltung des katholischen Gemeindelebens in Eschersheim mitgenommen. Für ihn ist es selbstverständlich, dass alle Gläubigen, Laien wie Priester, gemeinsam unterwegs sind. Er baute den Pfarrgemeinderat, seine Ausschüsse und den Verwaltungsrat aus. Die Jugendarbeit lag ihm ebenso am Herzen wie die Stärkung der Gemeinschaften.

Vor allem aber wird der Priester den Eschersheimern aller Konfessionen als Vater der Ökumene in guter Erinnerung bleiben. Schnell suchte er den Dialog mit den evangelischen Gemeinden. Besonders mit Pfarrerin Frodien brachte er die Gemeinden bei ökumenischen Bibelwochen, Andachten oder Gemeindereisen immer wieder zusammen. Berühmt geworden ist das Eschersheimer Fronleichnamsfest, das vor der Emmauskirche endet. Dieses Modell hat auf Kirchentagen Einzug gehalten und Anklang gefunden.

Über die Grenzen der eigenen Pfarrei hinaus wirkte Adolf Rohmann von 1985 bis 2002 als Dekan für den Frankfurter Norden, wo er bereits seit 1980 stellvertretender Dekan war. «So geht jetzt Adolf Rohmann mit einer reichen Ernte priesterlichen Dienstes in den Ruhestand», würdigt Stadtdekan Raban Tilmann den Pfarrer. Doch ganz ruhig wird der Ruhestand nicht werden. Denn nach wie vor wird Rohmann Rechtssuchenden helfen, nach dem Scheitern ihrer Ehe den künftigen Weg mit der Kirche zu finden.

Das Abschiedsfest am Sonntag, 12. Juni, beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kirche, Josephskirchstraße 7. Der Kirchenchor singt die Spatzmesse von Mozart. Gegen 11.30 Uhr folgen die Grußworte. Im unmittelbaren Anschluss gibt es im Großen Gemeindesaal ein Mittagessen. Daran schließen sich um 14.30 Uhr Darbietungen einzelner Gemeindegruppen, unter anderem des Kindergartens an. Gegen 16 Uhr wird dann Pfarrer Rohmann selbst einige Worte an die Gemeinde richten. Den feierlichen Abschluss bildet um 17 Uhr die Vesper in der Kirche. (fnp)




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