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22.09.2006

Aus Sozialrathaus wird ein Altenheim

Von Christiane Tetzner

Es ist nicht alles nur Fassade, was die Franziska Schervier Altenhilfe präsentiert.

Nur dieses eine Mal lud sie ganz gezielt ein, lediglich den Rohbau ihres neuen Domizils im Stadtteil zu besichtigen: Seit März baut die Schervier Altenhilfe das ehemalige Sozialrathaus für vier Millionen Euro zu einem Altenpflegeheim mit 51 Einzelzimmern um. Jetzt feierte die Trägergesellschaft Richtfest in der Nußzeil 48. Zugleich erhielt das Haus einen neuen Namen: Pfarrer-Münzenberger-Haus.

„Umbau trifft es eigentlich nicht: Innen haben wir das Gebäude praktisch entkernt“, sagte Hausleiter Bernd Trost. Das alte Treppenhaus ist verschwunden, die Geschossflächen wurden geschlossen und ein neues Treppenhaus seitlich angebaut. „Die einzelnen Etagen haben eine völlig neue Raumaufteilung und im Erdgeschoss ist ein Anbau für die Cafeteria entstanden“, freute sich Trost. Hier werden auch Senioren aus der Nachbarschaft zu Mittag essen können.

Der Geschäftsführer der Schervier Altenhilfe aus Aachen zeigte sich zufrieden mit dem Projekt: „Wir liegen voll im Zeitplan. Demnach können bereits im kommenden Frühjahr die ersten Bewohner einziehen“, so Klaus Herzberg. Mit dem Richtfest seien nun die mit Staub und Lärm verbundenen Arbeiten beendet. Besonders die Nachbarn und die angrenzende Kindertagesstätte habe unter den Bauarbeiten gelitten. „Der eine oder andere Mittagsschlaf ist wegen unseres Presslufthammers sicher ausgefallen. Wir sagen Dank für die Geduld und freuen uns auf gute Nachbarschaft“, sagte Herzberg.

Auch die Kleinen durften am Richtfest teilnehmen. Für jeden gab es Bauhelm, Zollstock, Malerblei sowie Limo und Würstchen. Die Anwesenheit des Kindergartens und der damit verbundene niedrige Altersdurchschnitt beim Richtfest wollte Geschäftsführer Herzberg als Symbol verstanden wissen: „Wir wollen uns zum Stadtteil öffnen.“

Dass sich die Schervier Altenhilfe ein kleines Gebäude aussuchte, obwohl die Wirtschaftlichkeit vollstationärer Pflegeeinrichtungen mit deren Größe wächst, erklärte Herzberg mit den bestehenden, leistungsfähigen Standorten in Frankfurt. Mit ihnen werde das Haus in Eschersheim zusammenarbeiten.

Sozialdezernent Uwe Becker (CDU) sagte, er habe als eine seiner ersten Amtshandlungen die Einrichtung in der Innenstadt besucht. „Ich bin begeistert, welche Ideen, welche Kreativität für einen würdigen Umgang mit den Menschen sorgen, wie ihn sich jeder für sein eigenes Alter wünscht.“

Das Altenpflegeheim in der Nusszeil entsteht als Dependance des Franziska Schervier Altenpflegeheims in der Innenstadt, Lange Straße 10-16. Die Bewohner in Eschersheim werden auf fünf Wohnetagen mit jeweils neun bis elf Zimmern untergebracht. Sie verfügen jeweils über ein eigenes Bad.

Zwei Stockwerke sind mit einer Wohnküche ausgestattet, die eingerichtet sind wie „anno dazumal“: Blümchentapeten, Anrichten und andere Details, die die Bewohner aus vergangenen Lebensjahrzehnten kennen. „Damit soll das neue Lebensumfeld der Prägung der Bewohner angepasst werden. Das Langzeitgedächtnis bleibt mit seinen Erinnerungen bestehen“, erklärte Hausleiter Bernd Trost. Die Schervier Altenhilfe pflegt und betreut Demenzkranke nach dem psychobiografischen Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm.




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