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02.01.2007

Der Tunnelblick der CDU

Seit fast 40 Jahren werden die Stadtteile Dornbusch und Eschersheim von der oberirdischen U-Bahn-Strecke in der Eschersheimer Landstraße getrennt.
Von Günter Murr

Mehr als 30 Fußgänger kamen beim Überqueren der Gleise ums Leben – zuletzt eine 65 Jahre alte Frau im vergangenen September. Immer wieder stoßen Autos mit U-Bahn-Zügen zusammen. Bürger setzen sich deshalb schon seit Jahren dafür ein, die Schienen zwischen Miquel-/Adickesallee und Weißer Stein unter die Erde zu verlegen. Bisher vergeblich. Doch jetzt schöpfen sie neue Hoffnung. Denn die CDU-Fraktion im Römer hat beantragt, im städtischen Haushalt 200 000 Euro für eine neue Untersuchung zur Eschersheimer bereitzustellen. Ein Ingenieurbüro soll ermitteln, ob sich ein Tunnel nicht doch noch lohnen würde und ob mit Zuschüssen von Bund und Land zu rechnen wäre.

Hintergrund ist die Entscheidung, das Neubaugebiet am Riedberg ebenfalls über die so genannte A-Strecke in der Eschersheimer Landstraße anzubinden. Die ohnehin schon stark belastete Schienenverbindung wird dann noch mehr frequentiert, wodurch in den Augen der Tunnel-Befürworter eine neue Situation entsteht.

Doch innerhalb der CDU ist die Untersuchung nicht unumstritten. Während sich vor allem Stadtteilpolitiker neue Argumente versprechen, gibt es innerhalb der Römer-Fraktion erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit einer teuren Studie. In der so genannten standardisierten Bewertung, die Voraussetzung für Bundes- und Landeszuschüsse ist, werde sich niemals ein volkwirtschaftlicher Nutzen für den Tunnel ergeben, heißt es. Er werde mit Sicherheit herauskommen, dass die Stadt die rund 2,5 Kilometer lange und schätzungsweise 300 Millionen Euro teure Röhre komplett aus eigener Tasche bezahlen müsste. Das jedoch ist völlig unrealistisch.

Gestützt werden die Argumente der Skeptiker von einem aktuellen Bericht des Magistrats, der von Baudezernent Franz Zimmermann (FDP), einem ausgesprochenen Tunnel-Befürworter, erstellt wurde. Darin heißt es, dass mit einer finanziellen Förderung nicht zu rechnen sei, da den Baukosten auch nach der Anbindung des Riedbergs kein entsprechender Nutzen gegenüberstehe. Der Grund dafür steht nicht im Bericht, ist den Verkehrsexperten im Römer aber klar. Die Kapazität auf der A-Strecke wird nicht durch den oberirdischen Abschnitt begrenzt – dort könnten noch deutlich mehr Züge als heute fahren. Begrenzt wird die Leistungsfähigkeit ausgerechnet im Tunnel zwischen Miquelallee und Südbahnhof, was vor allem an den veralteten Signalanlagen liegt.

Es gibt noch ein anderes, für die Fahrgäste bedeutendes Argument gegen den Tunnel. Zwar hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) noch nicht abgeschätzt, wie lange der Bau dauern könnte, wie Unternehmenssprecher Peter Ruhr sagte. Klar sei nur, dass während dieser Zeit der U-Bahn-Betrieb unterbrochen werden müsse. „Und wie sollen sie die Leute dann in die Stadt schaffen?“




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