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23.01.2007

Hauptschule steht vor dem Aus

Die Mehrheit im Ortsbeirat unterstützt den Entwicklungsplan der Stadt

Ginnheim/Eschersheim. Am Hauptschulzweig der Diesterwegschule werden nicht genügend Schüler unterrichtet. Deshalb sieht der Schulentwicklungsplan vor, diesen Teil der Schule zu schließen. Die Schüler sollen in Zukunft an der Ludwig-Richter-Schule unterrichtet werden. Die betroffene Schule aber wehrt sich gegen die Pläne der Stadt. In der Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) im Dezember bat der Personalratsvorsitzende der Ginnheimer Schule Albin Zedlewitz um die Unterstützung des Gremiums (wir berichteten). Die Bitte hat Wirkung gezeigt. Für die kommende Sitzung am Donnerstag, 25. Januar, stehen nun gleich drei Anträge zum Thema auf der Tagesordnung. Allerdings machen sich nur SPD und die Linke/WASG für den Erhalt der Hauptschule in Ginnheim stark. CDU und Grüne wollen dem Schulentwicklungsplan zustimmen. Allerdings nur wenn einige Ergänzungen aufgenommen werden.

So soll die Diesterwegschule ab dem Schuljahr 2009 / 2010 zur Ganztagsschule ausgebaut werden. Den Schülern, die derzeit noch den Hauptschulzweig der Ginnheimer Schule besuchen, müsste in Zukunft Zugang zu den praxisorientierten Angeboten der Ludwig-Richter-Schule gewährt werden. Darüber hinaus sei das Kollegium der benachbarten Eschersheimer Hauptschule durch einen Schulsozialarbeiter zu verstärken. Bezahlt werden soll die zusätzliche Stelle aus dem Topf des Jugendhilfe-Programms. Das Kompetenzagenturen-Programm soll Absolventinnen der Lehranstalt später den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. „Diese Initiative macht Hauptschüler fit für den Beruf und ist auf Mädchen spezialisiert“, erklärt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Annegret Brein.

Gemeinsam mit der CDU-Fraktion hat sie sich kürzlich im Stadtschulamt über die Schulentwicklungsplanung informiert. „Unsere Anregungen sind sicher nicht die ideale Lösung für die Diesterwegschule, aber es ist der beste Kompromiss für alle Betroffenen“, meint Brein. Die Schule habe mit erheblichem Platzmangel zu kämpfen. Eine Erweiterung des Baus sei jedoch sehr kostspielig. „An der Ludwig-Richter-Schule sind mit der Schließung der Förderstufe Räume frei geworden. Warum sollten wir diese nicht nutzen, bevor zusätzlich Geld ausgegeben wird?“ Zudem käme die Hälfte der Hauptschüler, die die Ginnheimer Lehranstalt besuchten, ohnehin aus Eschersheim. Der Schulweg werde also gar nicht für alle länger, wie sie ursprünglich gedacht habe. Und die gute Arbeit der Diesterweg-Pädagogen könne auch an einer anderen Schule fortgesetzt werden. Die geringen Schülerzahlen an beiden Hauptschulen machten eine Veränderung einfach notwendig. „Durch die geforderten Maßnahmen erhält die Ludwig-Richter-Schule die nötigen Mittel, um benachteiligte Schüler effizient zu fördern. Die Diesterwegschule kann endlich zur Ganztagsschule ausgebaut werden“, heißt es in der Begründung des gemeinsamen Antrags von CDU und Grünen.

Die SPD hingegen hält die Schließung des Hauptschulzweigs für eine Fehlentscheidung. „Im Sinne der Schüler muss das System der kleinen, überschaubaren und gut funktionierenden Schule erhalten bleiben“, fordern die Sozialdemokraten in ihrem Antrag. Deshalb müsse der Schulentwicklungsplan überarbeitet und die Schließung in selbem gestrichen werden. Diese Auffassung vertritt auch Ingrid Wunn (Linke.WASG). Sie fordert den Magistrat ebenfalls auf, alle notwendigen Schritte zum Erhalt des Hauptschulzweigs und dessen „überdurchschnittlichen Erfolges“ einzuleiten. Welche Auffassung sich durchsetzt, wird sich in der nächsten Sitzung des Ortsbeirates 9 am Donnerstag, 25. Januar, im Haus Dornbusch, Eschersheimer Landstraße 248, zeigen. Die Sitzung beginnt mit der Bürgerfragestunde um 19.30 Uhr. Tagungsort sind Clubraum 1 und 2. (kan)




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