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12.12.2007

Strahlend neue Umkleiden

Die Stadt baute für 670 000 Euro ein Funktionsgebäude für den FV 09 Eschersheim

Eschersheim. Umkleidegebäude zeichnen sich sonst eher durch ihre Unauffälligkeit aus. Nicht so das neue Mehrzweckgebäude des Fußballvereins Eschersheim 1909. Dieses erstrahlt bei Dunkelheit dank einer gläsernen Leuchtfassade im grünen Licht. „Das erste Gebäude dieser Art in Frankfurt“ sagte Architekt Harald Heußer vom Hochbauamt bei der gestrigen Übergabe des Hauses. Sportdezernentin Prof. Daniela Birkenfeld (CDU) freute sich, dass gerade der FV Eschersheim diesmal in den Genuss einer städtischen Investition gekommen ist. „Ich habe in meiner Kindheit selbst schon auf dem Platz gekickt“, erzählte sie.

„Die alten Umkleidekabinen waren längst überfällig“, berichtete der Vereinsvorsitzende Marcus Scholz. „Auch Duschen hatten wir viel zu wenige.“ Dies ändert sich nun mit dem 670 000 Euro teuren Neubau, der zwei große Umkleiden, moderne Duschen, einen Raum für den Platzwart sowie zwei Schiedsrichterumkleiden samt Duschen unterbringt. Gerade bei letzteren hat sich der Architekt, um Platz zu sparen, einen besonderen Trick einfallen lassen: „Eine Schiebetür zwischen beiden Umkleiden und der Dusche stellt sicher, dass immer nur einer Zutritt zur Dusche hat.“ Damit würden zugleich den Bestimmungen der Geschlechtertrennung bei den Schiri-Kabinen erfüllt.

Dennoch überzeugt nicht alles. Der Raum des Platzwarts Detlef Gäde ist winzig. Viel mehr stört ihn aber die schlechte Aussicht: „Ich sehe überhaupt nichts.“ Grund ist ein nur etwa 40 Zentimeter breiter Fensterspalt, der es ihm unmöglich macht, den gesamten Platz zu überblicken. Gerade das ist für seine Tätigkeit aber besonders wichtig. Nun hatte er den Einfall, Videokameras und Bildschirme anzubringen. Diese Idee stieß auch bei Architekt Heußer auf Zustimmung. Ob Bildschirme jedoch einen vollwertiger Ersatz bieten, ist fraglich.

Ebenfalls abzuwarten bleibt, wie gut die neuen Räume belüftet werden können, wenn sie erstmal von durchgeschwitzten Spielern bevölkert werden. Der einzige Abzug ist in der Dusche. In den Umkleiden sind statt Fenstern nur Holzklappen angebracht vor denen sich ein engmaschiges Gitter befindet. Heußer zeigt sich aber dennoch von der Bauweise überzeugt: „Dort gelangt genügend Luft hinein.“

Die Innenwände aus Spanplatten lassen das Gebäude für Laien unfertig wirken. Sie bieten aber auch einen Vorteil: die geringe Bauzeit. „Seit der Einreichung der ersten Anträge sind nur zwei Jahre vergangen“, freut sich der Vereinsvorsitzende Scholz. Auch im vergangenen Jahr hatten die 383 Vereinsmitglieder Grund zur Freude: Der Tennenplatz wurde für 285 000 Euro saniert, sowie eine neue Rasenfläche für die Jung-Kicker angelegt.

Gerade in der Jugendarbeit ist der Eschersheimer Verein besonders aktiv: „Der Jugendanteil beträgt bei uns über 40 Prozent“, sagte Scholz. Dieses Engagement unterstützt auch die Stadt: „Frankfurt hat die Zuschüsse für die Jugendarbeit in diesem Jahr um 360 000 Euro erhöht“, erklärte Jürgen Buseck vom Sportamt. (law)




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