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11.02.2008

U-Bahn-Strecke bleibt Dauerbrenner

Fast 20 Jahre hatte es gedauert, bis am Freitagabend der Ortsbeirat 9 (Eschersheim, Ginnheim, Dornbusch) wieder die Tradition der Neujahrsempfänge aufleben ließ.

Und anscheinend wurde die Gelegenheit zu ungezwungenen Gesprächen zwischen Stadtteilpolitikern, Vereinsvertretern und anderen Bürgern vermisst. Wie sonst ist es zu erklären, dass im Saal der Emmausgemeinde fast kein Plätzchen mehr zu finden war.

Doch es waren nicht nur einfach Plauderstündchen, Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) formulierte zu Beginn gleich die wichtigsten Aufträge des Stadtteilparlaments für das Jahr 2008: der geplante Anbau der Ziehenschule sowie der Umbau des alten Bahndepots, die Umstrukturierung der Anne-Frank- und Viktor-Frankl-Schule, aber auch die bessere Einbindung der Neubürger in der Platensiedlung. Was in Eschersheim seit 30 Jahren auch nicht fehlen darf: „Der Dauerbrenner Eschersheimer Landstraße wird uns nach wie vor beschäftigen“, sagte Hesse. Er hoffe, dass er es noch in seiner Amtszeit erleben dürfe, dass die U-Bahn-Linie unter die Erde verlegt werde. „In der Diskussion dürfen wir nicht vergessen, dass bei dem Bau der Strecke damals ohne Ersatz über 200 Bäume gefällt wurden und 400 Parkplätze wegfielen.“ Dies müsse in einer Analyse endlich mal berücksichtigt werden.

Ein großes Ziel habe sich der Ortsvorsteher damit gesetzt, wie Wirtschaftsdezernent Boris Rhein (CDU) als Gastredner befand. Er selbst kenne die Problematik der Eschersheimer Landstraße sehr gut. Schließlich sei er am Dornbusch aufgewachsen. Noch heute empfände er den Ortsbezirk 9 als „meine Heimat“. In seiner Funktion als Wirtschaftsdezernent wolle er versuchen, die Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Eschersheimer Landstraße zu verbessern. „Die Politik kann und darf nicht in Wirtschaftsprozesse eingreifen. Aber wir können den Einzelhandel durchaus unterstützen.“ Wie schon beim Neujahrsempfang im Gewerbeverein Eschersheim kündigte Rhein an, die Einzelhandelsstudie aus dem Jahr 2006 fortschreiben zu lassen, die den Ist-Stand beschreibt. Nun müssten Lösungsvorschläge folgen. Rhein sieht gerade in den Stadtteilen noch einigen Nachholbedarf, was die Stadt in der Vergangenheit habe etwas schleifen lassen. Zeil und die Banken seien sehr wichtig, aber, das habe der geplante Wegzug der Neuen Börse gezeigt, „wir müssen uns wieder mehr auf den Mittelstand konzentrieren“. Dieser sei der Jobbringer.

Ex-Eintracht-Spieler und FDP-Stadtverordneter Gert Trinklein forderte den Ortsbeirat 9 in Anlehnung an den Fußball auf, bei den Bemühungen, etwas für den Ortsbezirk zu erreichen, „so oft wie möglich aufs Tor zu schießen“. Man könne zwar nicht jedes Spiel gewinnen, aber je mehr man agiere, desto mehr Bälle, sprich Anträge, fänden das Ziel. (sö)




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