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16.05.2008

Rund ums Wohnheim wird es eng

Mit diesem Haus hat die Wohnheim GmbH zurzeit kein Glück: Erst gibt es Ärger mit den Nachbarn, weil sie der Lärm von der Baustelle im Hochhaus Am Brückengarten 9 a nervt.

Jetzt sind die Eschersheimer sauer auf die Frankfurter Wohnungsgesellschaft, weil diese das Haus im Zuge der Sanierung von einem Wohnheim in einen Block mit Single-Wohnungen umgebaut hat. Das Problem: Mit den neuen Mietern kommen mehr Autos ins Quartier, in dem die Bewohner ohnehin schon lange nach einem freien Parkplatz suchen. Und nun ist auch noch die Bauaufsicht hellhörig geworden.

Hans-Jürgen Bosinger, Geschäftsführer der Wohnheim GmbH, versteht nicht, dass sich so mancher Eschersheimer über die neue Nutzung des Hauses beschwert: „Wir hatten vorher 160 Wohnheimplätze, jetzt sind in dem Haus 102 kleine Wohnungen. Außerdem haben wir zumindest einige Parkplätze mehr geschaffen“, so der Geschäftsführer. Um die 30 Parkplätze gehören zum Haus. Bosingers Meinung nach sollte die Lage rund um das Objekt jetzt entspannter sein als vorher. „Was ich mir vorstellen kann, ist, dass es im April einen gewissen Druck gegeben hat. Damals kamen die ersten Mieter, aber die Außenanlagen waren noch nicht fertig“, so Bosinger.

Den „gewissen Druck“ gebe es nach wie vor, kann hingegen Klaus Funk (FDP) berichten, Mitglied im Ortsbeirat 9 und Eschersheimer. Die früheren Wohnheim-Zimmer mit Gemeinschaftsdusche und Etagenküche seien an Leute vermietet gewesen, die in der Mehrzahl kein Auto hatten. Unter den jetzt neuen Bewohnern der Zwei-Zimmer-Wohnungen seien weit mehr Autobesitzer. Dass die Wohnheim diese Umnutzung habe machen dürfen, ohne für jede Wohnung einen Stellplatz ausweisen zu müssen, verwundert den Stadtteilpolitiker.

„Bestandsschutz“, sagt darauf Bosinger. „Und es ändert sich ja nichts. Früher haben wir dort Wohnheimzimmer vermietet, heute sind es kleine Wohnungen.“ Brandschutzauflagen hatten den Termin für die Sanierung gesetzt. Es musste so viel gemacht werden, dass man entschied, das Haus vollkommen neu einzurichten. „Jetzt bieten wir ganz reguläre Wohnungen an. Unmöbliert, nur die Küche ist schon drin“, so Bosinger.

Das hört der Chef der Bauaufsicht, Michael Kummer, dessen Amt die Baugenehmigung für die Sanierung ausgestellt hat, mit einer gewissen Überraschung „Bei uns wird das Haus weiterhin als Wohnheim geführt und genehmigt. Sollte die Realnutzung eine andere sein, gilt es zu prüfen, ob dort tatsächlich alles unter den Bestandsschutz fällt“, so Kummer. Er schaut dabei aber nicht zuerst auf die Parkplatzfrage, sondern auf Brandschutz und ähnliches. „Nachbarschaftsrechtlich ist das irrelevant, es gibt eben keinen Anspruch auf Parkplätze in öffentlichen Straßen“, stellt Kummer klar. Also auch wenn es etwas zu beanstanden gäbe, dass die Wohnheim plötzlich verpflichtet wird, eine Tiefgarage zu bauen, steht nicht zu hoffen.

Den im Stadtteil diskutierten Verdacht, die Bauaufsicht hätte einige Augen zugedrückt, weil es sich bei der Bauherrin um die städtische Wohnheim GmbH handelt, weist der Amtsleiter weit von sich: „Es gibt da naturgemäß Konflikte. Aber es ist ja unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass auch die städtischen Institutionen nicht gleicher als gleich sind“, betont Kummer. (ing)




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