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07.08.2009

Das Eschersheimer wird ein Luxusbad

Die alte, knallblau angemalte Fußgängerbrücke ist das einzige, was vom alten Schwimmbecken im Freibad Eschersheim noch stehengeblieben ist. FNP-Mitarbeiter Andreas Haupt hat einen Blick hinter den Bauzaun geworfen.

Von oben kreist der Blick über die Baustelle. Einige Edelstahl-Bausteine des neuen Schwimmbeckens sind bereits zusammengeschweißt, die komplette Stirnwand ist schon fertig. Auch ein Teil der Seitenwände steht schon. Gut zu erkennen ist bereits die umlaufende Sitzplattform im Becken mit ihrer genoppten, rutschfesten Oberfläche. Der südliche Teil, dort, wo wie früher der Schwimmer- in den Nichtschwimmerteil des Beckens übergeht, donnert gerade ein schwerer Lastwagen mit frischem Schotter in die Baugrube. Dort ist noch wenig fertig. Gerade erst wird der Untergrund vorbereitet. Doch schon jetzt ist Otto Junck, Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF), sichtlich stolz auf das neue Becken. «Es wird das wohl größte Edelstahl-Schwimmbecken Europas», schwärmt er. Im Mai 2010 soll es nach einem Jahr Pause wiedereröffnen.

Jedes Jahr floss für 100 000 Euro Wasser aus dem undichten Schwimmbecken, das in den 1970er Jahren in einem Altarm der benachbarten Nidda entstand, sagt Junck. Hohe Kosten, die auf Dauer nicht mehr tragbar waren. Außerdem war die Technik völlig veraltet. «Als wir im Juli 2008 die ersten Entwurf für das neue Schwimmbecken vorstellten, hatten wir nur 4,5 Millionen Euro für die Sanierung des Beckens eingeplant.» Inzwischen sind es 6 Millionen Euro.

«Wir dachten daran, wie sich die Leute nach einem Jahr des Umbaus wundern, wenn sie nach dem Schwimmen zu den Umkleiden gehen, und denken: Was ist hier in einem Jahr eigentlich passiert, was haben die gemacht?» Weil die Umkleiden nämlich immer noch so unansehnlich wären, wie zuvor. Also wird nun auch das Hauptgebäude am Eingang mit dem alten Umkleidekabinen abgerissen und neu gebaut. «Gestern haben wir die Abrissgenehmigung bekommen.»

Becken ist kürzer

Dass das Becken künftig aus dem teuren Edelstahl besteht, verdankt die Stadt den gefallenen Rohstoffpreisen, erklärt Junck. Manch früherer Stammgast wird das Becken kaum wieder erkennen, wenn er im kommenden Frühjahr erstmals wieder hier schwimmen will. Das lang geschwungene Becken von früher ist etwa 20 Meter kürzer und fast gerade. «Das hat anfangs einigen Unmut hervorgerufen. Doch jetzt ist es allgemein akzeptiert.» Denn die Vorteile überwiegen, findet Junck. «Die Baukosten und der Betrieb sind viel billiger. Und wir sparen eine Wasseraufsicht ein.» Statt fünf können künftig vier Mitarbeiter die Wasserfläche komplett im Auge behalten.

«Auch weil sich am Edelstein keine Algen festsetzen, das Wasser immer klar ist.» Anders als früher sei das Wasser künftig auf einer Ebene mit den umgebenden Rasenflächen, sagt BBF-Prokurist Daniel Nauheimer. Einen «hoch liegenden Wasserspiegel» nennt er das. Früher lag er etwa 50 Zentimeter tiefer. Rund um das Becken verlaufe dann ein Überlauf. Mit einer Handgriff-Leiste, so dass man überall leicht aus dem Wasser komme. Auch eine Rampe für Rollstuhlfahrer gebe es, die in den Nichtschwimmerteil des großen Beckens hinab führt. Wie früher steigt das 145 Meter lange Becken, von dem mit 75 Metern gut die Hälfte als «Schwimmer»-Becken ausgewiesen ist, langsam zur Wasserrutsche hin an und wird immer flacher.

Erhalten bleibe auf jeden Fall die 30 Meter breite und zehn Meter lange breite Rutsche vom oberen Nichtschwimmer-Becken ins untere, sagt Junck.

«Erstmals gibt es auch ein Planschbecken für Kinder», sagt Nauheimer. Halbkreisförmig liegt es neben dem unteren Nichtschwimmer-Becken mit Wasserkanone, Rutsche und Spritz-Igel. «Der Spielplatz ist auch überholungsbedürftig. Er wird verlegt, näher an das Becken und an den Kiosk. Der Kiosk entsteht am Ende des neuen, leicht geschwungenen Hauptgebäudes. «Wir wollten etwas zweckmäßiges, aber filigranes bauen», sagt Junck. Hier sind die Umkleiden, Personalräume, Toiletten und Duschen untergebracht.

Am Nordende entstehe das von vielen ersehnte Beach-Volleyball-Feld, sagt Nauheimer. Anstelle des zweiten Spielplatzes entsteht ein «Sprühfeld», ein Wasser-Spielplatz für Kinder. Umweltfreundlicher wird die Anlage künftig auch, sagt Nauheimer. «Wir bauen neue Filter ein, und wir kommen künftig mit weniger Chlor im Wasser aus. Das schont die Badegäste und die Umwelt.»




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