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07.10.2009

Neubaupläne nerven Nachbarn

Zwei Doppelhäuser und ein Sechs-Familien-Haus sollen in der Burgholzer Straße gebaut werden. Pläne, gegen die die Nachbarn mobil machen.

Nach dem Ersten Weltkrieg ist es entstanden, das Viertel rund um den Burgholzer Platz. Für viele Anwohner ist es schon seit Jahrzehnten ein großes Stück Heimat. Sie schätzen das Grün der alten Bäume und die Ruhe in den Gemeinschaftsgärten. Schon in der Vergangenheit nahm die Zahl der Bewohner durch Dachausbauten zu. Nun soll ein Bauprojekt für neuen Wohnraum sorgen. Eine Vorstellung, die den Nachbarn rund um den Burgholzer Platz gar nicht gefällt.

116 Unterschriften hat die Bürgerinitiative gegen das geplante Bauvorhaben in der Burgholzer Straße bisher zusammengetragen. «Das sind aber nicht alle. Rund ein Viertel konnten wir nicht erreichen», erzählt Andrea Wolf von der Bürgerinitiative. Ihr Ziel: Das Bauvorhaben zu stoppen. «Wir fürchten um den Charakter und Charme unseres Viertels», so Wolf. Zwei Doppelhäuser und ein Sechs-Familien-Haus sollen auf der bisherigen Gartenfläche in der Burgholzer Straße entstehen. «Momentan wird die Fläche als Gemeinschaftsgarten von den Anwohnern genutzt. Sie ist wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens», erklärt Wolf. Zudem sei der Baumbestand Lebensraum vieler Tiere. Eulen, Spechte und Eichhörnchen teilen sich den Garten mit den Nachbarn. Darüber hinaus befürchtet Wolf eine Verschärfung der Verkehrssituation rund um den Burgholzer Platz. «Sollten diese Häuser gebaut werden, würde der Parkdruck noch weiter steigen», befürchtet Wolf.

Die Bürgerinitiative rechnet mit zwei bis drei neuen Autos pro Wohnung. Schon jetzt sei die Situation grenzwertig, eine weitere Verdichtung durch das Straßennetz nicht aufzufangen. Und auch der Boden selbst bereitet den Anwohnern sorgen. Seit jeher sei der Grundwasserspiegel sehr hoch. Die Nachbarn fürchten, dass er durch die neuen Häuser weiter steige und so die Bestandsbebauung in Mitleidenschaft ziehen könnte. Doch Wolf weiß auch: Der Bürgerinitiative bleibt nicht viel Zeit, um ihr Ziel zu erreichen. «Wir haben erst Anfang September von den Planungen der Immobiliengesellschaft Dieler & Sommer erfahren. Jetzt wird es natürlich eng, wenn wir noch etwas erreichen wollen.»

Wolfgang Sommer, einer der beiden Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Dieler & Sommer mbH, verteidigt sein Bauprojekt. «Wir halten uns in allen Punkten an das Baurecht und schaffen neuen Wohnraum», so Sommer. Eine planmäßige Bodenuntersuchung in der Planungsphase habe zwar einen etwas erhöhten Grundwasserstand ergeben. Dieser sei jedoch kein Grund zur Besorgnis. «Da würden wir uns doch ins eigene Fleisch schneiden, würden wir darauf nicht achten», so Sommer. Die geplante Bebauung falle zudem mitnichten in die Kategorie «Luxuswohnungen». «Geplant sind erschwingliche Wohnungen, die sich auch junge Familien leisten können und die gut in die bestehende Bebauung passen.»

Zudem sei in der Planungsphase gerade auf die Parkplatzsituation eingegangen worden. So sehen die Pläne doppelt so viele Stellplätze vor, wie die Immobiliengesellschaft gesetzlich hätte bereitstellen müssen. 16 Tiefgaragenplätze sowie vier weitere Stellflächen an den Häusern sollen im Zuge des Baus entstehen. «Sogar die Stadt hat es ausdrücklich lobend zur Kenntnis genommen, das wir mehr Stellplätze bauen als wir müssten», so Sommer. Die Parkplätze, die nicht von den eigenen Mietern in Anspruch genommen werden, könnten künftig von den Anwohnern gemietet werden.

Auch die Stadtteilpolitiker des Ortsbeirats 9 (Dornbusch, Ginnheim, Eschersheim) haben sich in ihrer Sitzung mit der Thematik beschäftigt. Von der Stadt möchten sie nun erfahren, wie sich sowohl die Parkplatzsituation als auch die Grundwasserproblematik aus ihrer Sicht darstellt. Für die Sorgen der Anwohner haben die Stadtteilpolitiker zwar Verständnis, an der Rechtmäßigkeit des Bauvorhabens haben sie jedoch wenig Zweifel.

Dem Leiter der Bauaufsicht Dr. Michael Kummer geht es da ganz ähnlich. «Das es manchen Anwohnern nicht gefällt ist natürlich teilweise verständlich. Aber die Rechtslage ist in diesem Fall eindeutig», so Kummer. Die Planungen entsprächen nach jetzigem Kenntnisstand den Vorgaben, mit einer Entscheidung über die Bauanträge zu den geplanten Häusern sei so schon bald zu rechnen.

Zudem sieht Kummer positives Potenzial in der geplanten Bebauung für das Viertel. «Die geplanten Wohnungen können eine infrastrukturelle Stärkung für dieses Viertels bedeuten. Und zudem wird ja auch noch Parkraum für die Bestandsbebauung geschaffen», betont der Amtsleiter.



Von Robin Göckes

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