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12.11.2010

Hoffnung für den Lindenbaum

Seit August steht der ehemalige Tengelmann-Markt am Lindenbaum leer. Bisher scheiterten alle Versuche, schnell einen Ersatz für die Supermarktkette zu finden obwohl es Interessenten gibt. Nun will die Wirtschaftsförderung moderierend eingreifen.

Seitdem der Tengelmann-Markt am Lindenbaum im September geschlossen hat, müssen sich die Anwohner in der Nachbarschaft nach anderen Einkaufsmöglichkeiten umsehen. Rund 4000 Nachbarn sind von der Schließung betroffen. Seit der Schließung des Marktes bemüht sich die Wirtschaftsförderung der Stadt, einen potenziellen Nachfolger in die Geschäftsräume zu locken. Erschwert wird dies allerdings durch die bauliche Struktur der Geschäftsräume. Mit knapp 500 Quadratmetern sind die für einen Supermarkt mit vollem Sortiment knapp bemessen. Zudem kämen auf einen möglichen Mieter wohl erst einmal erhebliche Kosten zu. «Es müssten wohl bauliche Veränderungen vollzogen werden, was natürlich erst einmal Geld kostet», befürchtet auch Stadtverordneter Marcus Scholz (CDU). In einem Brief an die Supermarktkette Rewe bittet Scholz, der auch Ortsbeiratsmitglied ist, die Verantwortlichen darum, eine Lösung zu finden.

Rewe übernahm im Sommer eine Vielzahl der ehemaligen Tengelmann-Märkte im Stadtgebiet, nachdem die Kette ihren Rückzug aus dem Rhein-Main-Gebiet bekanntgab. Der Markt am Lindenbaum wurde allerdings ersatzlos gestrichen. «Das ist natürlich grade für viele ältere Bürger schwierig, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind», sagt Scholz.

Soziale Verantwortung

Die Antwort auf Markus Scholz Brief an Rewe lässt nun Hoffnung aufkommen, dass sich doch noch etwas tun könnte. «Mir hat man gesagt, man wolle sich bemühen, einen Nahkauf an den Standort zu bekommen», sagt Scholz. Eine Lösung, mit der der Stadtverordnete gut leben könnte. Dafür, dass vor allem wirtschaftliche Kriterien bei der Standortwahl zum Tragen kommen, habe er Verständnis. «Auf der anderen Seite haben aber auch Lebensmittelkonzerne, die in Frankfurt eine fast marktbeherrschende Stellung haben, auch eine soziale Verantwortung gegenüber der in dieser Stadt lebenden Bevölkerung», mahnt Scholz an.

Auch bei der Wirtschaftsförderung weiß man um die laufenden Verhandlungen. Ohnehin sei man dort «eng am Thema dran», versichert Oliver Schwebel, stellvertretender Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. «Ein Nahkauf ist im Gespräch», bestätigt er. In den Gesprächen habe sich herauskristallisiert, dass die Lage nicht erfreulich, aber auch nicht hoffnungslos sei. «Rewe hat Interessenten für einen solchen Markt an der Hand. Eine Entscheidung ist aber noch nicht getroffen worden», sagt Schwebel.

Seien die Gespräche bisher meist zwischen potenziellem Investor und Vermieter direkt geführt worden, will die Wirtschaftsförderung nun verstärkt moderierend eingreifen. «Es geht ja darum, eine gute Lösung für den Stadtteil und die Bürger zu finden», erklärt Schwebel. Deshalb wolle er nun noch einmal den persönlichen Kontakt mit den Beteiligten suchen. «Die Stadt kann da natürlich nichts subventionieren. Aber wir wollen versuchen gemeinsam mit den Beteiligten eine Lösung zu finden, die für alle akzeptabel ist», sagt Schwebel.

Weite Wege

Bislang mussten sich die Nachbarn eine neue Einkaufsmöglichkeit suchen. Nicht einfach im Quartier. Denn im Viertel schlossen in den vergangenen Jahren bereits zwei Läden für die Nahversorgung, die HL-Märkte an der Eleonore-Sterling-Straße und im Langheckenweg. Als nächste Einkaufmöglichkeiten bleiben nur noch der Rewe-Markt Hügelstraße, der Netto-Markt am Weißen Stein sowie ein Penny-Markt an der Eschersheimer Landstraße zur Verfügung. Allerdings sind diese Supermärkte für die meist älteren Bewohner des Viertels nur schwer zu erreichen, und auch der Quartiersbus verbessert die Situation nicht.

Nicht nur die Andreasgemeinde, auch der Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) hatte vehement gefordert, nach der Schließung der Tengelmann ein gleichwertiges Lebensmittelgeschäft – also mit Frischfleisch und -wurst sowie Käsetheke – im Stadtteil zu sichern



Von Robin Göckes

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