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13.12.2011

Ebeling schwänzt Einweihung

Nach langem Streit fehlt das Schuldezernat bei der Neubau-Eröffnung am Ziehengymnasium. Nach langen Querelen und gleich mehreren Streitpunkten wird der Neubau der Ziehenschule heute feierlich eröffnet. Allerdings ohne Vertreter der Stadt. Diese sehen keinen Anlass für eine Feier.

Nachdem die Eröffnung des Neubaus an der Ziehenschule schon einmal verschoben wurde, hat sich das Stadtschulamt entschieden, auch zu den heutigen Feierlichkeiten nicht zu kommen. Der Schulleiter Manfred Eichenauer bedauert es, keine Vertreter der Stadt begrüßen zu dürfen. Aber die Stimmung ist nach den Auseinandersetzungen der vergangenen Wochen im Keller. Auf beiden Seiten.

Als Grund nennt der Sprecher des Stadtschulamtes Martin Müller-Bialon die andauernden Streitigkeiten bezüglich der Frage, welcher Anbieter in Zukunft die Mensa betreiben wird: "Man feiert ein Fest, wenn es einen fröhlichen Anlass gibt. Die jetzige Atmosphäre gibt keinen Anlass für eine Feier." Die Entscheidung des stellvertretenden Schulleiters Gerhard Dölling, vor zwei Wochen wegen einer über Facebook verbreiteten Drohung die Schule geschlossen zu halten, habe damit nichts zu tun.

Die Absage wird an der Schule jedoch als eine Art Bestrafung empfunden. Dennoch sei man vonseiten des Elternbeirats, der Schulleitung und des Lehrerkollegiums mittlerweile der Ansicht, dass man "kein Öl mehr ins Feuer gießen" wolle, sondern man ist daran interessiert, die Wogen zu glätten. Ein Wunsch, der durch die Absage der Bürgermeisterin und Schuldezernentin Jutta Ebeling (Grüne) gefährdet ist. "Dadurch, dass die Schuldezernentin jetzt nicht kommt, gehen die Querelen doch nur weiter", ist Friedrich Hesse, Mitglied des Lehrerkollegiums an der Ziehenschule und Vorsteher des Ortsbeirats 9, überzeugt.

Schulleiter Eichenauer und die Schüler der Ziehenschule werden es sich dennoch nicht nehmen lassen, die Fertigstellung des Neubaus zu feiern. "Es ist ja auch ein freudiges Ereignis", sagt Eichenauer. Wenigstens das Hochbauamt und Architekt Marcus Schmitt lassen es sich nicht nehmen, an der Eröffnung teilzunehmen und um 14.30 Uhr eine Führung durch den dreigeschossigen Neubau mit elf Klassenzimmern, Küche, Cafeteria, Sanitärräumen sowie multifunktional nutzbarer Mensa für bis zu 600 Essen anzubieten.

Letztere ist auch Ausgang des monatelangen Streits. Die Entscheidung des Schuldezernats, die Betreiberin der internationalen Schulkantine in der Ziehenschule, Abass Ajaz Tondrou, nach der Eröffnung der neuen Mensa nicht länger zu beschäftigen, hat zu verhärteten Fronten geführt. Vor allem der Elternbeirat hatte sich dafür eingesetzt, dass die Verpflegung der Schüler auch weiterhin durch die jetzigen Betreiber fortgeführt wird. Allerdings konnte sich Tondrou mit ihrem Angebot nicht durchsetzen (wir berichteten mehrfach).

Ab Januar 2012 wird das Essen in der Schulmensa von der Service GmbH des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) ausgegeben. Die Entscheidung sei nach dem regulären Verfahren der Magistratsvergabekommission gefallen und erfülle alle rechtlichen Vorgaben, betont Müller-Bialon. Zwar hieß es nach den ersten Protesten von Eltern, Schülern und Lehrern gegen die Entscheidung noch, dass nach einem Kompromiss gesucht werde. Das führte jedoch nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Das Stadtschulamt habe bei mehreren Gesprächen mit Schulleitung und Elternbeirat versucht, eine Einigung zu finden. Man habe auch Verständnis für die Einwände, so der Dezernatssprecher. Grundlage der Entscheidung sei allein das formelle Verfahren gewesen, bei der niemand bevorzugt worden sei. Tatsache sei, dass der ASB das Essen wesentlich günstiger anbieten kann als Abass Ajaz-Tondrou. Bei einer konservativen Rechnung sei Tondrou immer noch zwischen 60 000 und 100 000 Euro pro Jahr teurer als der ASB. "Wir müssen unsere Investitionen vor allen Frankfurtern rechtfertigen", sagt Müller-Bialon. Ein offener Brief von Eltern im Mensa-Ausschuss für die Ziehenschule konnte daran auch nichts ändern. Auch wenn in den Vergaberichtlinien der Stadt die Qualität des Essens mehr Gewicht hat als der Preis, beharrt das Schulamt auf seiner bisherigen Begründung.

Nach Ansicht einiger Lehrer hätte das Stadtschulamt die Chance nutzen und mit versöhnlichen Worten auf der Eröffnungsfeier unter die Auseinandersetzung einen Schlussstrich setzen können. Das wollen nun Schulleiter Eichenauer und Elternbeiratsvorsitzende Gertrud Gutmann tun: Indem sie die Auseinandersetzung bei der Einweihungsfeier nicht erwähnen. med




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