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18.01.2012

Bahnstrecke besser absichern

Seitdem die Brücke „Am Grünen Graben“ abgerissen wurde, laufen Fußgänger über die Gleise. Der Abriss der Fußgängerbrücke über die Main-Weser-Bahn hat eine gefährliche Situation geschaffen: Immer wieder laufen Fußgänger über die Schienen. Der Ortsbeirat fordert eine provisorische Brücke oder eine Absperrung, die FDP will die Bahn um Hilfe bitten.

25 bis 30 Meter breit sei die Bresche, die ein Fällkommando in das Gehölz am Rand der Main-Weser-Strecke geschlagen hat, schätzt Klaus Funk, der für die FDP im Ortsbeirat 9 (Ginnheim, Eschersheim, Dornbusch) sitzt. Viel zu gefährlich, meint der Politiker: "Immer wieder beobachten Bürger, dass Fußgänger über die Gleise laufen." Die Bäume auf der westlichen Seite der Bahn waren im Zuge des Abrisses der Fußgängerbrücke "Am Grünen Graben" gefällt worden, um für das Abriss-Gerät Platz zu schaffen. Nun hofft Funk, dass diese gefährliche Stelle abgesichert wird: "Ich appelliere an die Bahn, freiwillig Sicherheitsmaßnahmen vorzunehmen." In einem Antrag schlägt er einen Maschendrahtzaun und Gefahrenschilder vor.

Ende Oktober war die Fußgängerbrücke über die Main-Weser-Bahn unvermittelt abgerissen worden (wir berichteten). Bürger und Vertreter des Ortsbeirats hatten damals kritisiert, dass die Stadt sehr kurzfristig über die Maßnahme informiert hatte. "Wir haben damals alles versucht, die Brücke zu erhalten, mussten sie dann aber wegen akuter Baufälligkeit umgehend abreißen", erklärt Gabriele Dehmer, Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung.

In einer Anregung fordert auch der gesamte Ortsbeirat Sicherungsmaßnahmen, wendet sich dabei aber an die Stadt, die auch die Fußgängerbrücke unterhalten hat. Außerdem solle sich die Stadt darüber hinaus um einen provisorischen Ersatz der Brücke kümmern. Mit der Fußgängerbrücke sei nämlich ein wichtiger Übergang weggefallen, erklärt Funk von der FDP: "Nördlich gibt es wegen der Autobahn kein Durchkommen, im Süden ist der Übergang über den Lachweg gefährlich." Der Fußgängerweg liege an einer vielbefahrenen Straße und sei lediglich mit einer weißen Linie abgetrennt.

Der Ortsbeirat fordert gleichzeitig, umgehend mit der Planung einer langfristigen Lösung beginnen. Die soll nämlich erst mit dem Ausbau der Main-Weser-Bahn von zwei auf vier Gleise kommen, erklärt Dehmer vom Straßenbauamt. Laut Bahn-Sprecher Torsten Sälinger dauert das noch etwas: "Wegen eines Rechtsstreits mit Gegnern des Ausbaus hat sich der Baubeginn verzögert." Es müsse ein weiteres Erschütterungs-Gutachten geben, das vom Bundesamt dann geprüft werden müsse. Erst dann sei ein Planfeststellungsverfahren möglich. Auf dem Streckenabschnitt Frankfurter Berg bis Bad Vilbel bestehe schon Baurecht, der Abschnitt bis Friedberg befinde sich noch im Planfeststellungsverfahren.

Amtsleiterin Dehmer nennt Anfang 2013 als angepeilten Termin für den Ausbau-Beginn. Von einer Übergangslösung etwa in Form einer Holzbrücke hält sie nichts: "Wir könnten im Herbst 2013 mit dem Neubau einer Brücke beginnen, ein Provisorium würde sich nicht lohnen." Sie verweist nicht nur auf die klamme Haushaltslage, ein derartiges Projekt sei auch in der Kürze der Zeit nicht zu realisieren: "Die Brücke muss hohen Sicherheitsstandards genügen, nicht zuletzt, weil sie eine Bahnstrecke überquert." Die Idee eines Sicherheits-Zauns will sie aber prüfen lassen. "Allerdings wissen wir aus Erfahrung, dass Gleis-Überquerer auch vor Absperrungen nicht zurückschrecken. Wir hatten schon Fälle, in denen sie Bolzenschneider benutzt haben." Bahn-Sprecher Sälinger wollte sich zu einem Zaun noch nicht äußern: "Warten wir erst mal den Ortsbeiratsbeschluss ab, ich möchte dem nicht vorgreifen."jag
Der Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) tagt am Donnerstag, 19 Januar, ab 19.30 Uhr im Haus Dornbusch, Eschersheimer Landstraße 248. (jag)




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