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15.11.2012

Weißer Stein bleibt attraktiv

Ehemalige Schlecker-Läden sind schon wieder vermietet. Nur drei Monate standen die ehemaligen Schlecker-Filialen am Weißen Stein leer. Biomarkt und Schlemmerlädchen sollen jetzt die Kunden locken.

In Helgas Schlemmerlädchen am Weißen Stein erinnert nur noch eine Kleinigkeit an den vorherigen Ladenbesitzer Schlecker. Lediglich die an der Tür befestigten Aufkleber lassen erahnen, dass hier vor wenigen Monaten noch Shampoo und Putzmittel verkauft wurden. "Ziehen" und "Drücken" steht dort in weißer Schrift auf blauem Hintergrund. "Die Aufkleber lassen wir dort, wo sie sind. Als kleine Erinnerung", sagt Inhaberin Helga Schmidmeier, die gestern mit ihrem Schlemmerlädchen Neueröffnung feierte.

Nicht nur die ehemalige Schlecker-Filiale am Weißen Stein 17, auch der benachbarte Laden in der Eschersheimer Landstraße 543 hat bereits nach drei Monaten Leerstand einen neuen Mieter gefunden. Dort wird es in Zukunft einen Bioladen mit angeschlossenem Bistro geben. Diese schnelle Neuvermietung ehemaliger Schlecker-Läden in Frankfurt ist eher untypisch. Ein Grund sind die Ladenflächen. Für andere Drogerieketten oder Supermärkte sind sie schlichtweg zu klein.

Gefragtes Ladenlokal

Das kann auch Oliver Schaad, Inhaber des Presseshops am Weißen Stein und damit direkter Nachbar von Helgas Schlemmerlädchen, bestätigen. Supermärkte und Drogerien hätten sich nicht um das Ladenlokal beworben. "Wir hatten zahlreiche Anfragen für die Räumlichkeiten", berichtet Schaad, der sich um einen Nachmieter bemühte. "Vor allem Dönerbuden und Pizzalieferanten waren an den Räumlichkeiten interessiert. Davon haben wir in unserem Stadtteil genug, finde ich." Froh sei er letztlich gewesen, dass das Ehepaar Schmidmeier mit seinem Schlemmerlädchen einzog.

"Wir haben lange überlegt, ob wir einen zweiten Laden eröffnen möchten", sagt Helga Schmidmeier, die seit zwölf Jahren mit ihrem Mann Martin eine Metzgerei in der Eschersheimer Landstraße besitzt. Damit war ihr durchaus bewusst, welche Verantwortung und welches Risiko solch ein Geschäft mit sich bringt. "Den Ausschlag gab die Lage. Die ist unbezahlbar."

Belegte Brötchen und Kaffee gibt es für die Frühaufsteher, tagsüber geht neben Brot, Fleisch und kleinen Naschereien auch warmes Essen über die Theke. Beliefert wird das Schlemmerlädchen von der Metzgerei. "Mittags haben wir ein besonderes Menü für Schüler und Senioren. In unserem Ofen können wir nur kleine Gerichte schnell zubereiten."

Produkte aus der Region

In der zweiten ehemaligen Schlecker-Filiale am Weißen Stein wird derweil noch unter Hochdruck gearbeitet. "Wir werden den Eröffnungstermin einhalten", sagt Inhaber Klaus Schönfelder. Sein Biomarkt wird ab dem 22. November ein breites ökologisches Sortiment an Frische- und Trockenprodukten anbieten. "Wir arbeiten ausschließlich mit Bio-Betrieben aus der Region zusammen", sagt Schönfelder, der bereits seit 13 Jahren die Karotte in der Hügelstraße betreibt. "Die Fläche dort ist zu klein. Am Weißen Stein haben wir nun ein viel größeres und tieferes Angebot." So könnten die Kunden in seinem neuen Markt den Einkaufswagen kurz abstellen, ohne andere Besucher zu behindern. Das wäre in der Karotte, die auch weiterhin bestehen wird, nicht möglich. Frühzeitig habe er sein Interesse an dem ehemaligen Drogeriemarkt bekundet. "Andere Bewerber gab es meines Wissens nicht." Den Weg, im Stadtteil zu bleiben, habe er bewusst gewählt. "Was will ich mit einem riesengroßen Biomarkt auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt? Meine Kunden sind hier", begründet der Bioladen-Besitzer die Wahl des Standortes. (jdi)



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 15. November 2012

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