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20.06.2015

Gefährliche und nutzlose Rampe

Seit sieben Jahren gibt es die Skaterrampe auf dem Spielplatz am Eschersheimer Wasserturm. Genutzt werden kann sie allerdings nicht – viel zu steil und zu gefährlich sei sie, sagt sogar die Stadt. Die SPD im Ortsbeirat sowie das Jugendbüro Eschersheim setzen sich deswegen für einen Ersatz ein.

Er sieht aus wie eine Skaterrampe im Kleinformat, der mit Graffiti beschmierte Metallquader auf der kleinen Rollschuhbahn neben dem Eschersheimer Wasserturm. An zwei Seiten führt jeweils eine Rampe auf den silberfarbenen Würfel in der Mitte, und lädt so die Rollschuh- und Skateboardfahrer eigentlich nur dazu ein, Anlauf zu nehmen, hinaufzurollen und kühne Kunststücke zu vollbringen. Eigentlich – denn wirklich genutzt werden kann die Rampe nicht. Es sei denn, man ist übermütig oder Skater-Profi. Denn schon ein amateurhafter Blick zeigt: Die Rampen sind so steil, dass es schier unmöglich ist, die Balance zu halten. Da ist es kein Wunder, dass sie mehr Anschauungsobjekt als Sportgerät sind.

„Seit fast sieben Jahren arbeite ich jetzt im Jugendbüro Eschersheim, direkt gegenüber dem Spielplatz und der Rollschuhbahn. Kinder und Jugendliche sehe ich dort oft. Allerdings sitzen sie auf der Rampe, anstatt auf ihr hoch oder runter zu fahren“, sagt Robert Wald, Leiter des Jugendbüros. Diesen Eindruck kann Rachid Rawas, stellvertretender Ortsvorsteher und SPD-Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim), nur bestätigen. Und setzt sogar noch einen drauf. „Dieses Mobilar ist schlichtweg gefährlich und entspricht nicht dem Alter der Kinder, für die es eigentlich gedacht ist, nämlich für Teenager“, lautet die Kritik des Stadtteilpolitikers. Dass „dieses Ding“ komplett abgebaut werden muss, steht für ihn außer Frage.

Budget des Ortsbeirats

Ob und was für ein Sportgerät als Ersatz aufgestellt wird, darüber müsse noch diskutiert werden – zusammen mit der Frage, ob der Ortsbeirat sich aus seinem Budget an den dadurch entstehenden Kosten beteiligt. „Ich denke, das dürfte kein Problem sein“, baut Rawas auf die Unterstützung der anderen Fraktionen. Bereits in der Juli-Sitzung des Ortsbeirates wird es einen entsprechenden Antrag geben, der sich mit der Rampe beschäftigt.

Vielleicht könne man anstelle der Rampe ein Fußballtor aufstellen, schlägt Robert Wald derweil vor. „Der Basketballkorb wird rege genutzt, zudem sind auf der Fläche auch immer wieder Fußballer unterwegs. Probleme zwischen den Skatern und den Ballspielern gab es bislang nicht“, sagt der Jugendbüro-Leiter. Um die Fläche gefahrlos nutzen zu können, müsste aber nicht nur die störende Rampe verschwinden. Auch der Boden brauche dringend eine Grundsanierung, sagt Wald und zeigt auf ein vier Quadratmeter großes Teilstück. Das ist notdürftig geflickt, die Kanten stellen ein Hindernis für rollende Sportgeräte dar. Hinzu komme der Sand, den die kleinen Kinder aus dem Sandkasten auf die Rollschuhbahn tragen. „Ein Schild sollte die Eltern darauf hinweisen, dass die Kleinkinder den Sand nicht eimerweise aus der Kiste auf die Bahn tragen sollen. Kommen die kleinen Körner zwischen die Rollen, bremsen diese, und die Kinder stürzen“, sagt Wald.

Für kleine Kinder

Holger Alt, Bezirksleiter Nord des Grünflächenamts, hat sich selbst ein Bild von der Situation gemacht und kommt zum gleichen Urteil wie Rawas und Wald. „Viel zu hoch und zu steil ist die Rampe, die eigentlich auch gar keine Rampe ist“, sagt der Experte. Vor sieben Jahren sei sie aufgestellt worden, der Titel „Skaterrampe“ sei allerdings alles andere als passend. Zumal der Spielplatz – einmal abgesehen vom Basketballkorb und der Tischtennisplatte – ohnehin eher für kleinere Kinder ausgerichtet sei. „Die Rollschuhfläche wird nicht nur von den Jugendlichen, sondern auch von kleinen Kindern mit ihren Bobby-Cars genutzt. Alleine deswegen ist die Rampe dort eine gefährliche Angelegenheit, von der Bauweise einmal abgesehen. Daher schließt Alt es auch eigentlich aus, die alte Rampe durch ein neues, größeres und vor allem nutzbares Exemplar zu ersetzen.

Die Rampe abzubauen sowie den Belag zu erneuern sei „das kleinste Problem“. Im Anschluss müsse man sich allerdings über die sinnvolle Anordnung von Geräten auf der Fläche Gedanken machen – zusammen mit dem Ortsbeirat. „Das geht am besten bei einem gemeinsamen Ortstermin. Dort können dann die offenen Fragen diskutiert und vielleicht auch schon geklärt werden“, sagt Alt.



Artikel Frankfurter Neue Presse vom 20.06.2015.Von Judith Dietermann

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