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11.11.2016

Protest gegen Abriss der Heylhalle

Der langjähriger Treffpunkt in Eschersheim soll einem Wohnprojekt des Evangelischen Regionalverbandes weichen. Das empört die Anwohner.

Auf die evangelische Kirche sind die Anwohner in Eschersheim nicht gut zu sprechen. „Der Evangelische Regionalverband tritt auf wie ein Baulöwe“, urteilt Alexander Klann. „Es ist sehr traurig für den Stadtteil, dass jetzt noch ein Treffpunkt verloren geht“, sagt Simone Bühler. Die Bürger laufen Sturm gegen den Abriss der alten Heylhalle auf dem Grundstück Heylstraße 4.

Sie steht einem Millionenprojekt des Evangelischen Regionalverbandes im Wege. Wie der Sprecher des Regionalverbandes, Ralf Bräuer, der FR sagte, sollen die Halle und die alte Kita der Emmausgemeinde „in der nächsten Woche abgerissen werden“. Auf den Grundstücken geplant sind insgesamt sechs Mehrfamilienhäuser mit 35 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 35 Stellplätzen.

Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), bestätigt, dass die Stadt eine Bauvoranfrage des Regionalverbandes genehmigt hat. Außerdem sei der Abriss der alten Kita und ein zweistöckiger Neubau genehmigt worden. Für die Übergangszeit werden die Kinder in Containern untergebracht, die bereits aufgestellt sind.

Die Anwohner wenden sich nicht grundsätzlich gegen den Bau von Wohnungen, sie bedauern aber, dass die Heylhalle verloren geht. Gudrun Jaruschek, die seit Jahrzehnten in der Nachbarschaft wohnt, erinnert sich gut an die große Zeit des Gebäudes, das 1910 errichtet worden war.

„Über viele Jahre war das ein Treffpunkt für Eschersheim.“ Viele Sportvereine hätten dort trainiert, viele Veranstaltungen dort ein Domizil gefunden. Auch als Reithalle habe das Gebäude gedient. Gudrun Jaruschek und Alexander Klann baten Anfang 2016 das Hessische Landesamt für Denkmalpflege um Hilfe.

Sie halten den Bau für denkmalwert. Tatsächlich sei es vor Ort auch zu einem Treffen mit dem Denkmalpfleger Heinz Wionski vom Hessischen Landesamt gekommen. „Er tat sich schwer damit, die Halle nicht unter Schutz zu stellen“, erinnert sich Alexander Klamm. Wionski habe aber von „politischem Druck“ der Stadt Frankfurt gesprochen – wegen der Notwendigkeit, Wohnungen zu bauen. Im Landesamt für Denkmalpflege war dazu keine Auskunft zu bekommen.

Im Planungsdezernat liegt nach Auskunft von Sprecher Mark Gellert noch kein Bauantrag des Evangelischen Regionalverbandes für die sechs Mehrfamilienhäuser vor. Tatsächlich will die evangelische Kirche erst im Jahr 2018 mit dem Wohnungsbau beginnen, wie Sprecher Ralf Bräuer sagte. Derzeit werde noch ein Investor für die Wohnhäuser gesucht. Anwohnerin Simone Bühler fragt sich, warum die Wohnungen nicht um die Halle herum errichtet werden.

„Warum wird sie nicht so erhalten, wie sie ist?“



Von Claus-Jürgen Göpfert, Frankfurter Rundschau

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