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20.04.2018

Auflagen bremsen Tower Café

Der Betreiber des beliebten Treffpunktes verzeichnet einen Rücklauf bei Veranstaltungen.

Der Betrieb des Tower Cafés am alten Flugplatz Bonames ist eine komplexe Angelegenheit: Er beinhaltet Gastronomie, Ausbildungs- und Lehrstätte, Umweltwerkstatt, dazu Veranstaltungsort und Wohnort für 320 Geflüchtete. Das Café ist ein beliebter Treffpunkt im Frankfurter Norden: Jährlich kommen bis zu 100 000 Gäste. „Wir haben horrende Kosten, die ein normaler Gastronomiebetrieb nicht hätte“, berichtet Henning Wolpers, Geschäftsführer der betreibenden Servicegesellschaft Frankfurt und Grüngürtel (SFG).

So stünden durch einen Wasserschaden auf dem gesamten Gelände hohe Sanierungskosten an – die Rechnung zahlt das Café alleine. Ein weiteres Problem ist, dass das Café innerhalb des Grüngürtels liegt und damit strengeren Regeln und Auflagen im Sinne des Naturschutzes obliegt. Daher sei die Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt, wirtschaftlich laufe der Betrieb mäßig, erläutert Wolpers.



Ein beliebter Treffpunkt: das Café am alten Flugplatz. Foto: Rolf Oeser

Rückläufige Nachfrage wegen Flüchtlingen?

Obwohl die Kooperation mit den zuständigen Ämtern – etwa der unteren Naturschutzbehörde – gut funktioniere, bereiten dem Geschäftsführer deren Auflagen oft Kopfzerbrechen. Große Veranstaltungen mit Musikanlage etwa seien undenkbar. Das sei nur eine von „vielen Stolperfallen“, die dem Café im Weg stünden. Die Servicegesellschaft und der zuständige Ortsbeirat 12 halten daher eine Aktualisierung des Nutzungskonzepts für sinnvoll.

Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb hat auch die Unterbringung von Geflüchteten auf dem Gelände. Theoretisch läuft der Pachtvertrag kommendes Jahr aus, wie es weitergeht ist aber bislang ungeklärt. „Wir unterstützen und befürworten die Unterkunft“, betont Wolpers. Der Standort habe sich als gute Wahl erwiesen. „Allerdings sind auch Nachfragen von Veranstaltern rückläufig“, stellt er klar. Die größte Fläche des Areals kann nicht für Veranstaltungen vermietet werden, da der Verbleib der Unterkunft offensteht; wichtige Einnahmen bleiben dadurch aus.

Ein Anwohner und Stammgast des Cafés kennt die Einschränkungen selbst. Als Mitorganisator des Radlerfests auf dem alten Flugplatz habe er das zu spüren bekommen. So sei zum Fest eine Musikanlage untersagt gewesen, eine Hüpfburg verboten und ein Zelt als Sonnenschutz nicht genehmigt worden. „Bis vor wenigen Jahren, war all das kein Problem“, erzählt der Anwohner. Das Resultat sei nun ein stark geschrumpftes Radlerfest.

Auch CDU-Ortsbeiratsmitglied Sascha Vogel ist mit der Problematik vertraut. Er hält eine finanzielle Entlastung für sinnvoll. „Teile der Kosten für die Liegenschaft könnten umgesattelt werden“, schlug er vor.

Artikel Frankfurter RundschauVom 18.04.2018 Von Jan Klauth

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