Pietät am Dornbusch
08.06.2018
Ausbau der Main-Weser-Bahn verzögert sich
Weil sich Grundstücksbesitzer gegen Enteignungen...
mehr
07.06.2018
Dürfen es ein Glas Wein und ein Paar Schuhe sein?
Mit 43 Jahren hat Jens Pinhard seinen lang...
mehr
05.06.2018
Kabeldiebe in Eschersheim
Noch unbekannte Kabeldiebe haben an der...
mehr
14.05.2018
Fußgänger von U-Bahn erfasst - Strecke wieder frei
In Frankfurt ist ein Fußgänger beim Überqueren...
mehr
14.05.2018
Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner geht weiter
Nachdem das Grünflächenamt bereits Anfang...
mehr
07.05.2018
Zuviel Sand ist im Biomüll
Die Bioabfallbehandlungsanlage der RMB Rhein-Main-Biokompost...
mehr
07.05.2018
Rätsel von Nidda-Schaum gelöst
Was da auf der Nidda in Frankfurt treibt...
mehr
01.05.2018
Taxifahrer von zwei Unbekannten beraubt
Heute Nacht um 04:30 Uhr haben zwei unbekannte...
mehr
Tipps und Infos zur Freizeitgestaltung in und um Eschersheim.
mehr Infos


Gedichte und Geschichten von Eschersheimer Bürgern. z.B.
Die Motzbox ist der Eschersheimer Kummerkasten für Beschwerden usw. der Eschersheimer Bürger z.B.

 









07.06.2018

Dürfen es ein Glas Wein und ein Paar Schuhe sein?

Mit 43 Jahren hat Jens Pinhard seinen lang gehegten Wunsch wahr und sich selbstständig gemacht. Mit einer ungewöhnlichen Idee – auf 50 Quadratmetern verkauft er Wein und Schuhe. An einem schwierigen Standort: in Alt-Eschersheim.

Ob er verrückt ist? Nein, das könne er nicht bestätigen, sagt Jens Pinhard, als er durch sein kleines Ladenlokal geht. Mutig, sei eine Beschreibung, mit der er sich viel besser anfreunden könnte. „Man macht sich eben nicht alle Tage selbstständig, das muss wohlüberlegt sein“, sagt der 44-Jährige. Und das mit einer doch eher ungewöhnlichen Idee.

Denn Jens Pinhard verkauft Schuhe und Wein. Zusammen in einem Laden. Nebeneinander stehen die Produkte im Regal, die Weinflasche aus Rheinhessen neben den veganen Sandalen und Barfußschuhen. Denn Pinhard verkauft Schuhe, die kein anderer Laden in Frankfurt führt.

Und wenn schon, eine Flasche Wein landet sonst sicher nirgends neben dem Schuhkarton in der Tüte. Vielleicht ist diese zunächst etwas verrückt klingende Idee tatsächlich sein Geheimrezept, denn die Lage des Geschäftes in Alt-Escherscheim ist alles andere als prominent. Das zeigt alleine schon die Entwicklung der vergangenen Jahre. Gab es dort früher noch einen Metzger und Bäcker, hat nur die Apotheke überlebt. In Jens Pinhards Laden war zuvor eine Pizzeria untergebracht, aber auch deren Inhaber haben sich gegen den Standort entschieden.

An diesem Standort mit seinem ungewöhnlichen Konzept zu scheitern, diese Angst hat Jens Pinhard nicht. Im Gegenteil. „Seit einem Monat bin ich nun hier und es läuft besser als erwartet. Bisher habe ich keine Verluste gemacht, so kann es weitergehen“, sagt er.

Radelnde Kundschaft

Für den Standort habe er sich ganz bewusst entschieden, auch weil er Mieten in anderen Stadtteilen schlichtweg nicht bezahlen könnte. Und weil in Alt-Eschersheim viele seiner Kunden unterwegs sind: Fahrradfahrer. „Sie radeln hier vorbei, sehen meinen Laden und halten an. Barfußschuhe sind für Radfahrer ideal“, sagt er. Dazwischen verstecken sich im Regal zudem einige Unikate, denn Pinhard verkauft auch Schuhe, die er selbst entworfen hat. „Frankfurt am Main“ und „Römerberg“ heißen seine Modelle.

Darauf ist der Ginnheimer besonders stolz. Zumal Schuhe schon lange seine Passion sind. Bereits mit 23 Jahren wollte Jens Pinhard einen Schuhladen in Frankfurt eröffnen. Doch damals scheute der gelernte Einzelhandelskaufmann noch die Selbstständigkeit und er entschied sich „für einen etwas sichereren Einstieg ins Berufsleben“. 16 Jahre lang verkaufte er schließlich Handys und Telefonverträge. Erfüllt war er von dieser Arbeit jedoch nicht, zu sehr reizte ihn die Idee vom eigenen Laden.

Events und heiße Wurst

Die wurde vor zwei Jahren konkret, in Fulda sah er ein Geschäft, in dem Kleidung und Wein verkauft wurde. „Das muss doch auch mit Schuhen und Wein gehen“, dachte er sich und begann mit der Planung. Er entwarf ein Konzept und legte es der Bank vor. Dann fand er den Laden in Alt-Eschersheim 38, 50 Quadratmeter groß, aber völlig ausreichend. Die Theke und die kleine Küche der einstigen Pizzeria ließ er gleich stehen, denn künftig will er auch kleine Snacks wie heiße Fleischwurst anbieten und auch Events veranstalten.

„Ich glaube, man muss in der heutigen Zeit wandelbar und kreativ sein. Einfach nur Schuhe und Wein zu verkaufen, das reicht sicher auf Dauer nicht aus“, sagt Pinhard mit Blick in die Zukunft. Viel zu groß ist seine Motivation, auch noch in 20 Jahren Wein und Schuhe zu verkaufen.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 07.06.2018. Von JUDITH DIETERMANN

zurück








 

© 2015 by Medien- & Stadtteilbüro| Impressum