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22.06.2018

Deutsche Meisterschaften in Eschersheim: Frankfurter mit Chancen

Nach 13 Jahren ist Frankfurt wieder Gastgeber der Deutschen Meisterschaften im Bowling. Es gibt ein Dutzend Medaillenchancen für die Lokalmatadoren.

Lang, lang ist es her, dass Frankfurt Gastgeber des nationalen Championats war. 1995, im ersten Jahr nach der Gründung der Deutsche Bowling Union (DBU), wurde um die Titel auf den mittlerweile liquidierten Bahnen am Henninger Turm gespielt. Dann hat es jahrelang keine geeignete Spielstätte gegeben. Erst der Umbau der Anlage am Berkersheimer Weg in Eschersheim ermöglichte wieder eine Durchführung in der Main-Metropole. Das „Bowling World“ war mittlerweile Austragungsort vieler nationaler und internationaler Highlights, nun folgt also endlich auch die Deutsche Meisterschaft der Aktiven.

Über eine Woche lang gibt sich die deutsche Bowling-Elite ein Stelldichein in Frankfurt. In Eschersheim werden fünf deutsche Meister gekürt. Am Sonntag gegen 19 Uhr die Mixed-Champions, am Mittwoch die Sieger im Damen- und Herren-Doppel und schließlich am Sonntag (30. Juni) die beiden Gewinner der Einzel-Wettbewerbe. „Es ist für uns sicher kein Nachteil, in Eschersheim zu spielen. Aber ein großer Vorteil ist es auch nicht. Ich habe auf den Bahnen bereits trainiert. Die Ölung ist anspruchsvoll, aber für alle. Es kommt weniger auf die Kenntnisse der Bahnen an – die kennen alle Teilnehmer – als auf die Anpassung. Die Bahnen müssen in sich unterschiedlich gespielt werden. Wer das am besten in den Griff bekommt, der hat Vorteile“, meinte Michaela Göbel-Janka vom BV 77 Frankfurt.

Zufallsbekanntschaft

Die mehrmalige Deutsche Meisterin zählt in dem am morgigen Samstag um 11 Uhr beginnenden Mixed-Wettbewerb mit ihrem Partner Karsten Aust (BV Blau Gelb Frankfurt) zu den Favoriten. „Unsere Partnerschaft verdanken wir dem Zufall. Bei einer Hessenmeisterschaft ging Frank an mir vorbei und ärgerte sich, dass er für die Deutschen Meisterschaften keine Doppelpartnerin hat. Da ich – sportlich natürlich – auch solo war, sagte ich spontan, dass wir es gemeinsam versuchen könnten“, erinnert sich Göbel-Janka.

Aus dem Versuch ist mittlerweile ein festes Duo geworden. Kein Wunder: Bei der Premiere 2014 belegten die beiden gemeinsam auf Anhieb Platz drei, ein Jahr später wurden sie als Deutsche Meister gefeiert. Einer ihrer Hauptkonkurrenten kommt ebenfalls aus Frankfurt. Vanessa Timter tritt mit dem in Frankfurt lebenden, aber in der Bundesliga für Finale Kassel spielenden David Canady an. Nach drei Medaillen (2008 und 2011 Silber, im vergangenen Jahr Bronze), möchten die beiden Routiniers in ihrer Heimatstadt gern die oberste Stufe auf dem Treppchen besteigen. Die nächste Frankfurterin mit Titel-Ambitionen ist Nadine Geißler (BC/FTG), die mit dem früheren Nationalspieler Bodo Konieczny ein sehr schlagkräftiges Paar bildet.

Die größte Gefahr droht aus Berlin und Regensburg. Die Berliner haben mit Laura Beuthner / Marco Baade ein ganz heißes Eisen im Feuer, auch das Duo von der Donau, Sabrina Laub / Christian Rechenberg, ist ein Sieganwärter.

Aussichtsreiche Doppel

Drei Titelanwärter haben die Frankfurter auch im Damen-Doppel dabei. Nadine Geißler, die mit diversen Partnerinnen Deutsche Meisterin bereits 2007, 2010 und 2015 war, spielt mit Team-Gefährtin Janine-Manuela Gabel. Ein seit langem eingespieltes Duo sind Vanessa Timter / Sonja Heeg (FTG / BV Aschaffenburg). Die beiden Routiniers hatten nach Bronze 2009 und 2012 dann 2014 und im vergangenen Jahr erst im Finale verloren. Chancen rechnen sich auch das BV-Paar Michaela Göbel-Janka und Jeannine Barth aus. Nur als Außenseiter starten Shirley Lazar / Tina Kirsch (BC/FTG). Ganz oben zu erwarten sind die Regensburger Sabrina Laub / Tanja Theissen sowie die beiden Berliner-Paare Laura Beuthner / Sandra Matz und Tanja Gäbel / Kathy Hauschwitz.

Zweieinhalb Frankfurter Herren-Doppel sind am Start. Während Benjamin Dietz / Sven Henrich (ABV Frankfurt) zu den Außenseitern zählen, können sich die drei restlichen Frankfurter schon Chancen ausrechnen. David Canady spielt wie in der Bundesliga mit Oliver Morig. 2016 holten die beiden gemeinsam Bronze. Fünfter waren damals Frank Heine / Karsten Aust vom BV Blau-Gelb Frankfurt, die 2015 Deutsche Meister waren und in Frankfurt gern den Erfolg wiederholen würden.

Im Einzel rechnen sich drei Frankfurterinnen Medaillenchancen aus. Der nach ihrem Triumph bei den World Games wegen Doping gesperrten und nun wieder spielberechtigten Titelverteidigerin Laura Beuthner am gefährlichsten werden könnte Nadine Geißler, Dritte 2009, 2012 und 2015, Zweite 2007 und im vergangenen Jahr, Deutsche Einzel-Meisterin 2011. Auch Vanessa Timter möchte nach Silber 2011 und 2012 endlich die begehrteste Medaille erringen. Außenseiter-Medaillenchancen werden auch Jeannine Barth eingeräumt.



Artikel Frankfurter Neue Presse, vom 22.06.2018. Von MICHAEL LÖFFLER

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