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13.02.2019

Ausbau der Main-Weser-Bahn verunsichert Bürger

Anwohner im Stadtteil Eschersheim fordern mehr Informationen. Auch Grüne im Ortsbeirat 9 wollen Auskünfte über das Großprojekt.

Mehrfach schon sorgte der Ausbau der Main-Weser-Bahn für Diskussionen im Ortsbeirat 9. Anwohner zeigten sich unzufrieden mit der Vorgehensweise der Deutschen Bahn und forderten mehr Informationen über den Ablauf des Bauprojekts. Trotz Ankündigungen der DB vom Dezember, entsprechende Auskünfte zu erteilen, sehen Bürger noch keine Verbesserung der Situation.

Seit mehr als 20 Jahren wohnt Dorothee Grün in ihrem Haus in Eschersheim, dessen Garten an die Gleise der Main-Weser-Trasse grenzt. So lange plant auch die DB Netz AG schon den viergleisigen Ausbau der Strecke zwischen Friedberg und Frankfurt-West. Ein zwei Meter breiter Streifen ihres Gartens, insgesamt gut 50 Quadratmeter, soll für den Bau von Schallschutzwänden weichen. So sieht es der Feststellungsplan aus dem Jahr 2004 vor.

Doch als Vermesser vor einem Jahr Vorarbeiten auf ihrem Grundstück vornahmen, wurde sie stutzig. Fast doppelt so groß wie im ursprünglichen Plan eingezeichnet sei die Fläche gewesen, die die Arbeiter mit Holzpfeilern abgesteckt hätten. Grüns Beanstandung führte zu einer Korrektur der Markierung. Die Bahn habe ihr damals mitgeteilt, dass fehlerhafte Pläne zur falschen Vermessung geführt hätten, berichtet Grün. Befürchtungen, die Bahn könne mehr Grundstücksfläche in Anspruch nehmen als angekündigt, hat die Eigentümerin seitdem dennoch.

Grüns Nachbarin Susanne Nordbruch teilt die Bedenken. Ihr Grundstück ist in ähnlicher Weise vom Streckenausbau betroffen. Ihren eigenen Messungen zufolge könne der gesetzliche Mindestabstand zwischen ihrem Grundstück und den neuen Gleisen mit den ursprünglichen Bauplänen nicht eingehalten werden, so Nordbruch.

Unter Berufung auf das Umweltinformationsgesetz habe ein Anwohner im November aktuelle Ausführungspläne von der DB angefordert. Diese zeigten Abweichungen zur Planfeststellung aus dem Jahr 2004 auf, erklärt Nordbruch. Die darin eingezeichneten Flächen deuteten für die Anwohner ebenfalls darauf hin, dass die betroffenen Eigentümer größere Teile ihrer Grundstücke hergeben müssten, als bisher bekannt.

Deutsche Bahn weist Kritik an Informationspolitik zurück

Bei der DB Netz hat man für die Abweichungen in den Plänen eine technische Erklärung: Ein Grund für die Diskrepanzen seien unterschiedliche Formate der damals und heute verwendeten Zeichenprogramme, sagt ein Sprecher der FR. Diese Abweichungen würden momentan überprüft, „um eine korrekte Absteckung gemäß Planfeststellung einzuhalten“. Weiterhin handele es sich bei den Plänen nicht um eine Baugrundlage, sondern lediglich „um eine bautechnische Entwurfsplanung“, so der Sprecher. Die Bahn strebe kein Planänderungsverfahren an, welches die Grundstücke der betroffenen Anwohner in Eschersheim betreffe.

Wie sich der Bauablauf in näherer Zukunft genau gestalten wird, das wüssten sie und ihre Nachbarn nach wie vor nicht, moniert Nordbruch. Die Eschersheimer fordern von der Bahn direkte Auskünfte. „Wir verstehen nicht, warum sich die Mitarbeiter der DB Netz nicht gemeinsam mit uns an einen Tisch setzen“, sagt Susanne Nordbruch. Die Kritik an fehlender Kommunikation weist die Bahn zurück. In zwei Gesprächen habe man Mitglieder des Ortsbeirats 9 im vergangenen Jahr über den Bauablauf informiert. Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) sagt, es sei dabei vornehmlich um die Baustellenlogistik gegangen. „Wir werden auch nicht über jedes Detail informiert.“

Das Thema wird auch das Stadtteilgremium in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag beschäftigen. Die Grünen fordern in einem Antrag den Ortsvorsteher dazu auf, mit der Bahn in Kontakt zu treten. Die Bahn solle den Ortsbeirat künftig jeden Monat schriftlich über den Projektverlauf unterrichten. Der Beirat sei auf aktuelle Informationen angewiesen, um dem Unmut der Bürger begegnen zu können.



Artikel Frankfurter Rundschau, vom 13.02.2019. Von Hanna Rohde

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